Bauhaustour

Rundkurs:
Dessau (DB) - Antoinettenstraße - Kleiststraße - Seminarplatz - Bauhausstraße - Gropiusallee - Ebertallee - Elballee - Georgenallee - Puschkinallee - Antoinettenstraße - Fritz-Hesse-Straße - Friedrichstraße - Ratsgasse - Schlossplatz - Ludwigshafener Straße (Mulde) - Südstraße - Doppelreihe - Nordweg - Großring - Querweg - Mittelring - Damaschkestraße - Am Dreieck - Peterholzstraße - Heidestraße - Mauerstraße – Willy-Lohmann-Straße - Friedrichstraße - Fritz-Hesse-Straße - Dessau (DB)
 
Gesamtlänge: 17 km
 
DB-Anbindung: Dessau Hbf

Bauhaus DessauDie Bauhaustour führt auf einer Länge von 17 km Interessierte durch die erhalten gebliebenen Baudenkmale der Bauhauszeit. Im Nordwesten von Dessau sind das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser zu sehen, im Süden der Stadt die Siedlung Törten, als ein Beispiel der Bauhausarchitektur. Weitere Denkmale sind unter anderem die von Carl Fieger entworfene Ausflugsgaststätte Kornhaus direkt an der Elbe und das an einen Industriebau erinnernde ehemalige Arbeitsamt von Walter Gropius.
Das Bauhaus wurde im April 1919 von Walter Gropius im thüringischen Weimar als eine Ausbildungsstätte neuen Typus für Künstler und Kunsthandwerker gegründet und siedelte 1925 nach Dessau über. Hier lehrten Künstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer oder Laszlo Moholy-Nagy, arbeiteten Gestalter wie Marcel Breuer oder Herbert Bayer und bauten Architekten wie Walter Gropius, Hannes Meyer oder Ludwig Mies van der Rohe. In Abkehr von den akademischen Traditionen nannten sie sich bis 1928 Meister.
Walter Gropius fand mit Dessau eine Stadt, die bereit war, die neuen Bauten zu finanzieren. Seit 1996 gehören die Bauhausstätten Bauhaus und Meisterhäuser zum UNESCO-Welterbe.
 
Als Ausgangspunkt für die Rundroute bietet sich der Hauptbahnhof in Dessau an. Vom Vorplatz des Bahnhofs führt der Radweg über die große Brücke der Antoinettenstraße. Rechter Hand von der Brücke ist der Neubau des Umweltbundesamts zu sehen. Über die Kleiststraße führt die Tour zum Seminarplatz, in dessen Mitte die Plastik „Unendliche Treppe“ des Bauhäuslers Max Bill steht. Über die Bauhausstraße erreicht man das 1925/26 von Walter Gropius an der heutigen Gropiusallee 38 errichtete MeisterhäuserBauhausgebäude
 
Parallel dazu entstand in einem Kiefernhain die Siedlung für die Bauhausmeister. Im Sommer 1926 bezogen sie diese so genannten Meisterhäuser (www.meisterhaeuser.de). Sie stehen in der Ebertallee 63 bis 71, nur wenige Minuten entfernt vom Bauhausgebäude. Gropius bewohnte als Direktor ein eigenes Haus. Moholy-Nagy und Feininger, Muche und Schlemmer sowie Kandinsky und Klee teilten sich jeweils ein Doppelhaus. Aus den Bauhauswerkstätten stammte die Ausstattung und Einrichtung der Häuser. Täglich zu besichtigen sind das Haus Feininger (Sitz des Kurt-Weill-Zentrums), das Haus Kandinsky/Klee sowie das Haus Muche/Schlemmer.
 
Haus FeiningerHaus Kandinsky/Klee

Kornhaus DessauVon den Meisterhäusern geht es über die Ebertallee und die Elballee zum Kornhaus. Die von Carl Fieger entworfene Ausflugsgaststätte (1929-30) liegt direkt an der Elbe und am Elberadweg neben dem Leopoldshafen. Der sehenswerte Glasrundbau bietet einen schönen Blick auf die Elbe. Vom Kornhaus führt der Radweg über den Europaradweg R1 auf der Georgenallee entlang des Beckerbruchs zum Georgium und von dort zum Hauptbahnhof. Er führt am Bahnhof auf der Fritz-Hesse-Straße am Friedensplatz und am Anhaltischen Theater vorbei weiter zu Rathaus und Schlossplatz an der Mulde bis zur Südstraße in die Bauhaussiedlung Dessau-Törten.
 
GroßringDie Bauhaussiedlung Törten im Stadtteil Dessau-Süd ist gekennzeichnet von Einfamilienreihenhäusern im Stil des Neuen Bauens. 1925 begann Gropius dieses erste umfangreiche Siedlungsprojekt, das in drei Bauabschnitten bis 1928 erweitert wurde. Der Komplex mit insgesamt 314 Häusern war als Halbländliche Siedlung angelegt. Die Bewohner hatten dadurch die Möglichkeit, sich teilweise selbst zu versorgen. Das Besondere der Häuser bestand darin, dass sie aus vorgefertigten Teilen gebaut wurden. Zentrum der Siedlung ist das viergeschossige Konsumgebäude (1927) mit dem angrenzenden flachen Verkaufstrakt. Unweit davon stehen die fünf Laubenganghäuser (1928-30) aus rotem Klinker von Hannes Meyer. Georg Muche und Richard Paulich haben mit ihrem Stahlhaus (1926-27) am Rande der Siedlung einen interessanten Experimentalbau hinterlassen. Direkt daneben steht das 1927 errichtete ehemalige Wohnhaus von Carl Fieger. Alle Gebäude werden heute noch bewohnt. Im zu besichtigenden denkmalgerecht sanierten Haus Mittelring 38 hat die Moses-Mendelssohn-Gesellschaft ihren Sitz. 

KonsumgebäudeLaubenganghäuserStahlhaus
 
ehemaliges ArbeitsamtDie Rücktour zur Innenstadt erfolgt über Peterholzstraße, Friedhof- und Mauerstraße bis zum nächsten Bauhausgebäude, dem Arbeitsamt. Das Gebäude präsentiert sich mit einer Rundfassade. Es wurde von Gropius entworfen (1928-29) und wird heute von der Stadtverwaltung genutzt. Von dort führt die Bauhaustour über den August-Bebel-Platz, die Willy-Lohmann-Straße, die Friedrichstraße und die Fritz-Hesse-Straße zurück zum Hauptbahnhof.
 
An der Georgenallee, der Bauhausstraße Ecke Gropiusallee sowie der Gropius- Ecke Ebertallee besteht jeweils Anschluss zum Europaradweg R1, am Kornhaus zum Elberadweg. Die Führung der innerstädtischen Bauhaustour erfolgt überwiegend über separate Radwege und verkehrsarme Erschließungsstraßen und ist als gut zu bewerten.