Heiderundweg Dübener Heide

Rundkurs:
Bad Schmiedeberg - Bergwitz - Radis - Bad Schmiedeberg
 
Gesamtlänge: 54 km
 
DB-Anbindung: Bad Schmiedeberg, Bergwitz, Radis
 
Der Heiderundweg Dübener Heide führt auf einer Länge von 54 km durch beeindruckende ausgedehnte Waldgebiete des gleichnamigen Naturparks. Die Rundtour führt von Bad Schmiedeberg aus über Kemberg, den Bergwitzsee, Radis, das Hotel Landgut Ochsenkopf, den Biberbeobachtungsturm und die Köhlerei Eisenhammer wieder zurück in die Kurstadt. Die Dübener Heide ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der mitteleuropäischen Tiefebene. Riesige Kiefernwälder, unberührt erscheinende Moore und eine der wohl abwechslungsreichsten Heidelandschaften prägen auf kleinstem Raum das Bild. Die höchsten Erhebungen sind der Hohe Gieck (193 Meter) und der Wurzelberg (182 Meter). Die zwei bedeutendsten Moore - der Zadlitzbruch und der Wildenhainer Bruch - sind heute im so genannten Presseler Heidewald- und Moorgebiet zu einem Naturschutzgebiet zusammengefasst. Typische heimische Tierarten sind Rot-, Dam- und Schwarzwild, das Wahrzeichen der quellen-, bach- und flussreichen Region ist der Biber. Kurhaus Bad Schmiedeberg
 
In dieser Kulturlandschaft sind viele Zeugnisse der jahrhundertelangen Arbeit des Menschen in Wald- und Landwirtschaft sowie im Bergbau zu finden. Noch heute erkennt man die alten Siedlungsstrukturen aus der Lausitzer Kultur und der slawischen Zeit. Auf den für den Ackerbau wenig geeigneten Sandlößböden entstanden meist kleine Siedlungen mit typischen Feldsteinkirchen, wie Meuro, Gommlo und Ogkeln. Vom ursprünglichen Mühlenreichtum der Gegend zeugen Namen, wie Rote Mühle, Sackwitzer Mühle oder Gottwaldmühle. Zu den landschaftstypischen Handwerken gehörten die Korb- und Schindelmacherei (Splitthacker) sowie die Töpferei. Im Industriezeitalter fand man Arbeit in den Braunkohlerevieren. 
 
Als Einstieg in den Heiderundweg bietet sich Bad Schmiedeberg mit seinem Kurviertel an. Das Zentrum der Kurpromenade bilden ein im Jugendstil erbautes Kurhaus, ein modernes Kurmittelhaus, Kur- und Handelseinrichtungen und der Margarethenbrunnen. Hinter dem Komplex schließt sich der Kurpark mit dem für Deutschland einzigartigen Radfahrer-Kriegerdenkmal und dem Kurpavillon an. In der Altstadt sind gut erhaltene Bürgerhäuser, die Stadtkirche St. Marien, das Rathaus und das Au-Tor zu besichtigen.
 
Schloss ReinharzVon Bad Schmiedeberg führt der Radweg zum Schloss Reinharz. Das barocke Wasserschloss wurde zwischen 1690 und 1701 erbaut. Die kulturgeschichtlich wertvolle Eingangshalle und die beiden im Rokokostil gehaltenen Säle im Erdgeschoss sind in ihrer ursprünglichen Ausgestaltung erhalten geblieben. Im Schloss können einige Gemälde und Statuen besichtigt werden.
 
KembergDer Heiderundweg führt auf dem Radfernweg Berlin-Leipzig (R4) zur Gottwaldsmühle. Über Ateritz und die Neumühle mit traditioneller Töpferei führt der Weg nach Kemberg. Zu den markantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen die Kirche, das spätgotische Rathaus mit den Renaissanceanbauten und die teilweise gut erhaltene Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche „Unser Lieben Frauen“ ist ein stattlicher dreischiffiger Hallenbau aus dem 14. Jahrhundert. Der weithin sichtbare Turm wurde in seiner heutigen Form 1859 fertig gestellt. Das nahe der Kirche gelegene Rathaus ist ein stattlicher zweigeschossiger Putzbau. Zur Marktseite prägen drei hübsche Renaissancegiebel das Bild, den Seitengiebel ziert spätgotisches Maßwerk. Die Heimatstube im Rathaus gibt einen kleinen Einblick in die Geschichte der Stadt. 
 
OchsenkopfBergwitzseeVon Kemberg aus führt die Route zum Bergwitzsee. Zusammen mit dem Naturlehrgarten ist der Bergwitzsee ein gefragtes Ausflugsziel. Der im nördlichen Randgebiet des Naturparks Dübener Heide aus einem Tagebau entstandene See ist eines der beliebtesten Badegewässer Sachsen-Anhalts. Mit einer Wasserfläche von 183 ha verfügt er über lange Sandstrände, verborgene Buchten und Flachwasserzonen. Vom Bergwitzsee geht es auf dem Europaradweg R 1 nach Radis, wo ein Schloss mit Jugendherberge und Schlosspark zum Verweilen einladen. Von Radis führt der Heiderundweg über den Ochsenkopf, eine drei Sterne Ausflugsstätte mit langer Tradition, zum höchsten Punkt (193 Meter) in der Dübener Heide, dem Hohen Gieck und dann weiter zum Biberbeobachtungsturm. Der Turm ermöglicht einen Blick über eine vom Biber gestaltete Landschaft. Mit etwas Glück gelingt auch die Beobachtung der Biber.

Naturlehrgarten BergwitzSchloss RadisTurm


KöhlereiNicht weit vom Biberbeobachtungsturm entfernt befindet sich der Lutherstein. Martin Luther musste zu Gesprächen mit Geistlichen und Bürgern, aber auch zum Disput mit seinem Kontrahenten Eck, nach Leipzig oft den Weg über die Heide gehen. Der Legende nach sind Wittenberger Studenten ihrem Meister entgegengegangen und trafen ihn an diesem, durch den großen Findling gekennzeichneten Ort. Zum nächsten Halt lädt eine Köhlerei ein. Von den einst zahlreichen Köhlereien in der Dübener Heide ist nur sie erhalten geblieben. Hier wird noch immer Holzkohle aus heimischem Holz erzeugt und verkauft. Zur Köhlerei gehört auch ein kleiner Wildpark, der insbesondere den Radlernachwuchs in seinen Bann ziehen dürfte. Von hier aus ist es nur ein kurzer Abstecher zum Informationshaus der Naturparkverwaltung in Tornau. Auf dem Radfernweg Berlin-Leipzig (R4) erreicht man wieder den Ausgangspunkt der Rundtour, Bad Schmiedeberg.
 
Der Heiderundweg verläuft hauptsächlich parallel zu den Radfernwegen R1 und R4, auf die in Bergwitz gewechselt werden kann. Der überwiegende Teil der Route besteht aus Wirtschaftswegen und verkehrsarmen Erschließungs- und Gemeindestraßen. Abgesehen von punktuellen Mängeln ist die Belagsqualität als gut zu beurteilen, sodass der Rundweg auch Familien empfohlen werden kann.