Rundkurs:
Informationszentrum Auenhaus - Kapenmühle - Vockerode - Werder - Klieken - Vockerode - Obstlehrpfad - Biberfreianlage- Informationszentrum Auenhaus
Gesamtlänge: 16 km
DB-Anbindung: Klieken, Das Auenhaus ist an die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn angebunden.
Der Radwanderweg Tiere in der Elbaue verläuft auf einer Länge von 16 km als Rundweg in Form einer Acht durch die Elbaue. Auf der nördlichen Schleife ist die Auenlandschaft der Kliekener Aue, auf der südlichen Schleife sind das Informationszentrum Auenhaus sowie die Biberfreianlage zu sehen. Auf der Strecke werden unter anderem die Auenlehrpfade „Kapenniederung“, „Obstpfad“ und „Klieken“ miteinander verknüpft. Die Pfade „Kapenniederung“ und „Klieken“ sind durch Bahnhöfe im Ort Klieken an der B 187 und nahe des Informationszentrums Auenhaus an die L 131 angebunden. Die Nähe zu Dessau ermöglicht den problemlosen Einstieg in die Route auch durch Kombination mit den Radwegen Bauhaustour oder Gartenreichtour Fürst Franz bzw. den überregionalen Radwegen Europaradweg R 1 und Elberadweg.
Am Mittellauf der Elbe hat sich eine abwechslungsreiche Auenlandschaft erhalten, die sowohl ökologisch als auch kulturgeschichtlich überregionale Bedeutung genießt. Hier befinden sich die größten zusammenhängenden Hartholzauenwälder Mitteleuropas, naturnahe Flussläufe und Überflutungsflächen mit großer Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. In diesem Lebensraum überlebte der Elbebiber – das größte europäische Nagetier. Aufgrund seiner Einzigartigkeit und überregionalen Bedeutung erhielt das Auengebiet an der Mittelelbe im Jahre 1979 von der UNESCO die Anerkennung als eines der beiden ersten Biosphärenreservate Deutschlands.
Das Informationszentrum des Biosphärenreservates Flusslandschaft Mittlere Elbe präsentiert im Auenhaus in seiner Ausstellung eine Biberburg, ein Überflutungsmodell und diverse Naturlernspiele. Eine Fachbibliothek steht ebenfalls zur Verfügung. Über regional typische Gemüse- und Kräuterpflanzen kann sich in einem speziell angelegten Bauerngarten informiert werden.
Von dem Auenzentrum führt die Tour nördlich zur Kapenmühle, in der ein Teil der Biosphärenreservatesverwaltung untergebracht ist, wo der „Obstlehrpfad“ beginnt. Unter Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) erfuhr der Obstanbau einen bedeutenden Aufschwung. Der Pfad präsentiert mehr als 70 verschiedene Obstarten und -sorten. Hier wird aber nicht nur regionaltypisches Kulturobst angebaut. Den Gästen werden auch selten gewordene Wildobstsorten vorgestellt.
In Vockerode angekommen geht es auf dem Elberadweg über die Autobahnbrücke der A 9 in die Kliekener Aue. Die Kliekener Aue ist vom alljährlichen Auftreten des Hochwassers geprägt. An die Weichholzaue, bestehend aus Weiden direkt am Elbufer, schließt sich die höher gelegene Hartholzaue mit Stiel-Eichen, Eschen, Feld- und Flatterulmen, Wildobstgehölzen und typischen einheimischen Straucharten an. Die abwechselungsreichen Feuchtwiesen in waldfreien, vom Hochwasser beeinflussten Flächen bilden für Insekten, Vögel und Lurche einen wichtigen Lebensraum. Besonders interessant ist der Blick von der Aussichtsplattform Werder (4) auf die Alte Elbe mit ihrem Reichtum an Wasservögeln wie Haubentaucher, Kormorane, Graugänse oder Höcker- und Singschwäne. Im Jahre 2000 wurden 262 Vogelarten, von denen 141 als Brutvögel der Aue gelten, gezählt. Ein Paradies nicht nur für Ornithologen.

Von der Kliekener Aue geht es zurück über die Autobahnbrücke und den Elberadweg nach Vockerode und von dort über die Kapenmühle zur deutschlandweit ersten Biberfreianlage. Wie ein ehemaliger Entwässerungsgraben zum vielschichtigen Lebensraum umstrukturiert wurde, zeigt der renaturierte Abschnitt des Landeskulturgrabens, der Lebensraum für den Elbebiber ist. Zwei Vertreter dieser größten Nagetiere Europas leben in einem Abzweig des Grabens auf einer eingezäunten Fläche von ca. 11.000 m2. Durch einen Kanal gelangen die Tiere vom Wasser aus direkt in den Wohnkessel ihrer Burg. Die Besucherattraktion ist ein Fenster, das Einblick in das Innere des Kessels gewährt. Von dieser Biberfreianlage geht es wieder zurück zum Informationszentrum Auenhaus.
Die Route verläuft ausschließlich auf verkehrsarmen Straßen und Wegen. Eine gute bis sehr gute Oberflächenbeschaffenheit garantiert auf nahezu der gesamten Strecke ein uneingeschränktes Fahrvergnügen. Die Tour ist somit besonders Familien zu empfehlen.