Rundkurs:
Zerbst - Lindau - Loburg - Wendgräben - Möckern - Brietzke - Leitzkau - Dornburg - Walternienburg - Zerbst
Gesamtlänge: 96 km
DB-Anbindung: Zerbst, Loburg, Möckern, Prödel
Die Schlösser- und Burgen-Tour Elbe-Vorfläming führt in einem Rundkurs durch den Vorfläming. Die Region war jahrhundertelang Grenzgebiet. Das ließ den Fläming häufig zum Brennpunkt historischer Ereignisse werden. Der Vorfläming hat mit seiner über 1000-jährigen Siedlungsgeschichte zahlreiche architektonische Zeitzeugnisse zu bieten und das in einer grünen Wälder- und Ackerlandschaft, die zum Radfahren ideal ist. Die Schlösser- und Burgen-Tour richtet sich vor allem an kulturinteressierte Radwanderer, die die Sehenswürdigkeiten der Route in zwei bis drei Tagesetappen erkunden möchten.
Die Thementour führt vom Zerbster Bahnhof in das Stadtzentrum zur Schlossfreiheit. In einem der sanierten Kavaliershäuser, einem barocken Adelspalais aus dem frühen 18. Jahrhundert, befindet sich die Sammlung Katharina II, die als Prinzessin von Anhalt-Zerbst aufgewachsen ist. An die Schlossfreiheit, außerhalb der Stadtmauern, grenzen die Ruine des Schlosses und der -park. Die Route führt weiter an der St. Batholomäi-Kirche und deren Wehrturm, genannt „Dicker Turm“, zum Francisceum, einem von den Franziskanern gegründeten Klosterkomplex aus dem 13. Jahrhundert. Heute ist er Sitz des Stadtmuseums und eines Gymnasiums. Über den Markt und die gewaltige Ruine der Nikolaikirche führt die Rundroute aus der Stadt heraus in Richtung Norden. Bei Zernitz biegt die Feldsteinkirchentour zum Getreidespeicher nach Buhlendorf ab, einem technischen Denkmal aus dem frühen 20. Jahrhundert. Der Speicher wurde noch bis 1996 genutzt und dann zum multifunktionalen Veranstaltungsort umgebaut. Er ist nur zu besonderen Anlässen geöffnet.
Die Burg Lindau liegt am Steilufer oberhalb der Nuthe. Die Hauptburg mit dem Bergfried und die Vorburg sind durch einen tiefen Graben abgegrenzt. In der Geschichte diente die Burg vor allem im Dreißigjährigen Krieg den Landbewohnern zum Schutz vor Feinden. Im Jahr 2004 wurde die Burganlage erneuert. Am Fuße entstand ein kleines Amphitheater. Von der Burg aus empfiehlt sich ein Rundgang durch die Stadt Lindau, wo unter anderem eine spätromanische Kirche und ein Denkmal des anhaltischen Wappentieres, des Bären, zu finden sind.
Die Stadt Loburg blickt auf eine lange Historie zurück, die stark mit ihrer Burganlage verbunden ist. Die Loburger Burg entstand 919 bis 936 unter Heinrich I. Sie war eine von mehreren Grenzburgen, die aufgrund ihrer Lage an der Kreuzung zweier alter Handelswege, aus Burg und Brandenburg kommend, von strategischer Bedeutung war. Sehenswert ist außerdem der Storchenhof in Loburg, ein Zentrum der Staatlichen Vogelschutzwarte Sachsen-Anhalts.
Die nächste Attraktion erwartet den Radwanderer mitten im Wald: das zwischen 1910 und 1912 nach Plänen von Hermann Muthesius aus Granitbruchsteinmauerwerk erbaute Schloss Wendgräben. Es ist heute Sitz und Bildungszentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung. Für gehobene Ansprüche bietet sich ein Besuch des Restaurants oder sogar eine Übernachtung im Hotel an.

Weiter geht es nach Möckern. Der Ort wurde aus Verteidigungsgründen in einem schwer zugänglichen Feuchtgebiet angesiedelt. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde er zudem mit einer meterdicken, hohen Mauer und Türmen umgeben. Teile der Stadtmauer und der Grätzer Torturm sind bis heute erhalten geblieben. Zu besichtigen ist die alte wendische Wasserburg, die zuletzt 1840 in ein Schloss im englischen Tudorstil umgebaut wurde. Heute ist im Schloss eine Grundschule untergebracht. Der angrenzende Schlosspark ist im Stil eines englischen Landschaftsparks angelegt und bezieht die Stadtmauer, die Kirche St. Laurentius aus dem 10. Jahrhundert und das Schloss mit ein. Wenige Kilometer südlich von Möckern führt die Route durch das Dorf Brietzke, wo ein ehemaliges Jagdschloss mit Park zum Verweilen einlädt.
Mit dem Schloss Leitzkau führt die Themenroute am östlichsten Schloss der Weser-Renaissance vorbei. Bereits aus der Ferne kann man die Anlage derer zu Münchhausen bewundern, die sich 60 Meter über die Elbe erhebt. Ursprünglich war die Anlage im Jahre 1155 als Prämonstratenser-Stift erbaut worden. Seit 1996 ist das Schloss Sitz der landeseigenen Stiftung „Schlösser, Burgen und Gärten“. Die Klosterkirche St. Maria im Schloss ist neben der Dorfkirche St. Petri eine touristische Attraktion der Straße der Romanik. An Sonn- und Feiertagen sowie nach Voranmeldung kann sie besichtigt werden.
Das wohl imposanteste Schloss der Route ist das Schloss Dornburg. Die Fürstenwitwe und Mutter der aus Zerbst stammenden russischen Zarin Katharina II., Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, ließ sich nach dem Brand des alten Dornburger Schlosses das Gebäude von 1751 bis 1758 als eigenen Witwensitz neu errichten. Das Schloss Dornburg, gebaut nach dem Entwurf des Baumeisters Friedrich Stengel, ist in der Region ein einzigartiges Beispiel französischer Schlossbaukunst im Stil Louis XV. und eines der wichtigsten Barockbauten Mitteldeutschlands, ein wahres Märchenschloss. Von Dornburg aus verläuft die Schlösser- und Burgen-Tour parallel zum Elberadweg.
Kurz vor Walternienburg passiert die Radroute das Umweltbildungszentrum Ronney, wo man mit der Gierfähre Barby Anschluss an den Saale-Radwanderweg hat. Ganz in der Nähe liegt das Dorf Walternienburg, das seine Ursprünge in einer slawischen Wasserburg an der Nuthe hat. Die einst als Wehrburg dienende Wasserburg in Walternienburg war anfangs von einem Burggraben umgeben. Heute erstrahlt die frisch sanierte Burg in neuem Glanz. Die Tour endet wieder in Zerbst.
Zum großen Teil wird der Radverkehr auf der Schlösser- und Burgen-Tour Elbe-Vorfläming gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr geführt. Überwiegend geschieht dies auf verkehrsarmen Wirtschaftswegen und Gemeindeverbindungsstraßen. Die Belagqualität der Strecke ist gut.